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Markt 7 Min. Lesezeit

Schweinepreis am Boden – Ferkelmarkt enttäuscht auf ganzer Linie

Die Preise für Schlachtschweine sind europaweit gesunken. Der Ferkelmarkt enttäuscht – und die Aussichten für das erste Quartal bleiben verhalten. Was Schweinehalter jetzt beachten müssen.

Autor
Von Marcus Arden
Schweinehaltung
Die Lage am Schweinemarkt bleibt angespannt. Viele Mäster kämpfen mit niedrigen Preisen. Foto: agrarfoto
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Die Ursachen für den Preisverfall sind vielfältig. Zum einen drückt das hohe Angebot an Schlachtschweinen auf die Preise. Die Schlachtbetriebe melden volle Kühlhäuser und gedrosselte Nachfrage aus dem Einzelhandel.

Zum anderen macht sich die schwache Exportnachfrage bemerkbar. China, traditionell ein wichtiger Abnehmer für europäisches Schweinefleisch, kauft deutlich weniger ein. Russland hat seine Exporte nach China hingegen ausgebaut und verdrängt europäische Ware.

Regionale Preisunterschiede

Die Preise variieren regional erheblich. Hier die aktuellen Notierungen im Überblick:

  • Süddeutschland: 1,82-1,88 €/kg SG
  • Norddeutschland: 1,75-1,80 €/kg SG
  • Ostdeutschland: 1,72-1,78 €/kg SG
  • Niederlande: 1,70 €/kg SG
  • Dänemark: 1,68 €/kg SG

„Die aktuelle Preissituation ist für viele Betriebe existenzbedrohend. Wir brauchen dringend eine Stabilisierung der Märkte."

- Hubertus Beringmeier, Präsident WLV

Ferkelmarkt unter Druck

Noch dramatischer ist die Lage am Ferkelmarkt. Die Notierung für 25-kg-Ferkel ist auf 42 Euro gefallen – ein Minus von 5 Euro innerhalb von vier Wochen. Für Ferkelerzeuger bedeutet das bei aktuellen Produktionskosten von etwa 48-52 Euro je Ferkel deutliche Verluste.

Die Nachfrage der Mäster ist verhalten. Viele Betriebe zögern mit dem Einstallen neuer Partien, weil sie für die fertigen Mastschweine keine kostendeckenden Preise erwarten. Ein Teufelskreis, der den gesamten Markt belastet.

ASP bleibt Risikofaktor

Zusätzliche Unsicherheit bringt die Afrikanische Schweinepest (ASP). Eine aktuelle Studie zeigt, dass infizierte Tiere einen frühen Zusammenbruch der Immunabwehr erleiden. Die Seuche breitet sich in Osteuropa weiter aus. Ein Ausbruch in einem deutschen Hausschweinebestand hätte fatale Folgen für den Export.

Was können Schweinehalter tun?

In der aktuellen Situation empfehlen Marktexperten folgende Maßnahmen:

  1. Produktionskosten senken: Überprüfen Sie Futterrezepturen und Bezugsquellen
  2. Vermarktung optimieren: Prüfen Sie alternative Absatzwege und Direktvermarktung
  3. Liquidität sichern: Sprechen Sie frühzeitig mit Ihrer Bank über mögliche Engpässe
  4. Bestandsgröße anpassen: Reduzieren Sie ggf. die Tierzahlen, um Angebot und Nachfrage ins Gleichgewicht zu bringen
  5. Biosicherheit erhöhen: Schützen Sie Ihren Bestand konsequent vor ASP

Ausblick: Wie geht es weiter?

Die Marktexperten sind sich einig: Eine schnelle Erholung ist nicht in Sicht. Erst wenn das Angebot deutlich zurückgeht, können die Preise wieder steigen. Das dürfte frühestens im zweiten Quartal der Fall sein.

Positiv: Die Rinderpreise zeigen, dass Fleischmärkte sich erholen können. Aktuell notiert Rindfleisch auf Rekordniveau – Hackfleisch ist der Absatzhit. Für Schweinehalter bleibt die Hoffnung, dass auch ihr Markt wieder anzieht.